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Fr, 10.09.2010 | 19:15 Uhr

Popgeschichten

The Police - Roxanne

Wie ein verpatzter Auftritt in Paris die Karriere der Band Police in Schwung bringt

Familienbande
Besonders gut läuft es 1977 nicht für Police. Sie haben viele Songs, aber keinen Plattenvertrag. Sting, Stewart und Andy sind ratlos. Die Rettung naht durch den Bruder von Drummer Stewart Copeland. Miles ist von dem Talent des Trios restlos überzeugt. Er kratzt sein letztes Geld zusammen, damit sie als Vorband von Wayne County und den Electric Chairs auf Tour gehen können.

Wagenpanne in der Stadt der Liebe
Mit einem klapprigen Van fahren sie der Rockband hinterher, aber manchmal schafft es das altersschwache Gefährt einfach nicht, pünktlich am Auftrittsort zu sein. So wie am 20. Oktober 1977. Mitten in Paris verreckt der Wagen, Sting und seine Jungs haben kaum noch Geld, suchen sich ein billiges Hotel mitten im Rotlichtbezirk. Es ist eine schäbige Absteige, Sting will lieber noch eine Runde durch die Straßen laufen. In der Hotellobby sieht er ein vergilbtes Poster von Cyrano de Bergerac.

Träumend durch die nächtlichen Straßen von Paris
Sting staunt nicht schlecht, als er das nächtliche Treiben auf den Straßen beobachtet, da feilschen Freier und Prostituierte in aller Öffentlichkeit um den Preis für den schnellen Sex. Sting kommt ins Grübeln. Wie es wohl wäre, wenn man sich in eine Hure verliebt? Würde man sie aus dem Milieu herausholen können? Würde so ein Mädchen treu sein?

Zurück im Hotel, schreibt Sting seine Gedanken auf. Das Poster aus der Hotelhalle fällt ihm wieder ein. Er braucht einen exotischen Namen für den neuen Song, die Freundin des Dichters Cyrano heißt Roxanne, für sie schreibt er all die wunderbaren Verse. Die Prostituierte in seinem Lied wird auf den Namen Roxanne getauft.

Zuhause in England ist es wieder Miles Copeland, der hilft. Geld ist rar, aber irgendwie finanziert er die Aufnahme des Songs, obwohl die Band das Lied gar nicht so gut findet. Sting ist spät dran, hetzt ins Studio. Die anderen sind schon mit der Aufnahme beschäftigt, als er im Studio ungestüm über das Piano stolpert. Sting lacht über seine Ungeschicklichkeit, das Aufnahmegerät hat sein Lachen nun für immer konserviert.

Ein Hit in den USA
Als der Song veröffentlicht wird, ist Miles maßlos enttäuscht. „Roxanne“ wird nicht im Radio gespielt, keiner will es kaufen, obwohl er endlich einen Plattenvertrag klar gemacht hat. Unermüdlich verschickt er die Single bis ins fernste Texas.

Dort endlich beißt ein Sender an. KLBJ-FM in Austin nimmt „Roxanne“ ins Programm…und die Telefone stehen nicht mehr still. Der Rest ist Popgeschichte, von Austin/Texas aus erobert „Roxanne“, die französische Hure eines britischen Musikers, die Welt. Und als Sting wenig später in einem Amsterdamer Hotel einen Fensterputzer beobachtet, der „Roxanne“ pfeift, weiß er, jetzt haben sie es geschafft.

Autorin: Bettina Exner

Stand vom 15.2.2010

Audio 

Audio 15.02.2010

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